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Banken

Presseecho

Gaildorfer Rundschau, 16. Februar 2011
Autorin: Brigitte Hofmann

Die relative Sicherheit

Gaildorf. Brüssel, Berlin, Mannheim - Peter Simons Aktionsradius binnen weniger Stunden ist bemerkenswert. Dazwischen baute der SPD-Europaabgeordnete noch einen Kurzbesuch in Gaildorf ein.

Auf Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Nik Sakellariou stattete der Europaabgeordnete der baden-württembergischen Sozialdemokraten den hiesigen Genossen einen Besuch ab.

Seit 2009 ist der Mannheimer Mitglied des Europäischen Parlaments und arbeitet in den Fachausschüssen Wirtschaft und Währung (ECON) und Regionale Entwicklung (REGI) sowie in den parlamentarischen Intergroups "URBAN" und "Öffentliche Dienstleistungen". Nach seinem Vortrag im Gasthof Löwen setzte sich der Vater von vier Kindern ins Auto und fuhr nach Hause.

Was passiert, wenn die Bank pleite geht? Gibt es Sicherungssysteme? Wie krisenfest sind Sparbücher? Die letzte Frage stand bis zum Schluss im Raum. Zunächst schlüsselte Peter Simon die Zusammenhänge von Wirtschaft und Währung auf. Dabei profitierte er von seinem scheinbar unendlichen Fachwissen, das der leidenschaftliche Politiker am Wirthaustisch so spannend servierte, dass er die Zuhörer bis zum letzten Satz in Atem hielt. Eine Krise des Euro kann der Politiker vom Fach nicht erkennen. Nicht stabil seien die Länder: Solche, die über ihre Verhältnisse leben, die betrügen und falsche Zahlen liefern. Häufig seien Regierungen gar nicht daran interessiert, Kontrollen zu installieren, um ihre eigenen Interessen besser verfolgen zu können, oder es spielten Parteiinteressen und persönliche Profilierung eine wichtigere Rolle als gemeinsame Lösungsansätze.

Europapolitiker durch und durch, lautet Peter Simons Credo: "Die Zeit ist reif für einen eigenen Europäischen Währungsfonds." Das unterscheide Berlin von Brüssel - und das liebt Peter Simon ganz besonders an seiner Arbeit: Auf EU-Ebene gelte es, gemeinsam das beste Ergebnis zu erringen und Mehrheiten über Parteigrenzen hinweg zu suchen.

Die Politik könne zwar beeinflussen, aber das Grundsystem nicht ändern, gab der Europapolitiker zu. Nicht einmal der europäische Ansatz reiche in dieser globalisierten Welt aus, aber eine Weltregierung gebe es nun mal nicht.

In diesem Zusammenhang geißelte er das Zusammenspiel von Banken und Rating-Agenturen und das schlaue Spiel von Investmentgenies und Kreditausfallversicherern, die nur darauf spekulierten, dass es irgendwo auf der Welt brennt.

Diese Zahl ließ die Zuhörer den Kopf schütteln: Die virtuellen Bankgeschäfte betragen weltweit das siebzigfache der realen. Zwar ließen sich die Dinge nur partiell regeln, so Simon, doch ein gemeinsamer Währungsfonds würde seiner Meinung nach Europa in die Lage versetzen, den Krisen an den Finanzmärkten wirkungsvoll zu begegnen.

In der Diskussionsrunde tauchte dann die Frage nach der Sicherheit des Sparbuchs wieder auf. Die Neuregelung der Einlagensicherung für Sparer sowie das Regelwerk Basel III, welches für Banken eine bessere Eigenkapitalbasis vorsieht, schaffe eine gewisse Sicherheit, so Simon.

Ein gutes Steuerungselement sieht er in der SPD-Forderung nach einer Finanz-Transaktionssteuer auf Spekulationsgeschäfte. Die von der Bundesregierung geplante Bankenabgabe greife seines Erachtens zu kurz, und außerdem zahlten das wiederum die Kunden mit. Und sind die Sparbücher nun sicher? Peter Simon: "Sehr, sehr sicher - aber nichts ist hundertprozentig!"